Wirtschaft und wirtschaftliche Beziehungen
Die sozialistischen Machthaber verfolgten nach 1945 das Ziel, aus dem agrarisch geprägten und wenig industrialisierten Rumänien eine Industrienation zu formen.
Unter einer eklatanten Vernachlässigung von Landwirtschaft und Konsumgüterindustrie räumten die Planwirtschaftler der Grundstoff- und Schwerindustrie oberste Priorität ein.
Nachdem diese Strategie kurzzeitig erfolgreich gewesen war, begannen die Planungskomitees die tatsächlichen ökonomischen Determinanten des Landes aus den Augen zu verlieren. Die Verschwendung von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen standen in keinem Verhältnis zu den Produktionsergebnissen. Gleichzeitig waren Lebensmittelknappheit und der sich stetig verringernde Lebensstandart die Folge dieser staatlichen Misswirtschaft. Retrospektiv betrachtet besteht kein Zweifel daran, dass die ökonomischen Missstände einen wesentlichen Beitrag zum Zerfall des Ostblocks beigetragen haben.
Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks befindet sich auch Rumänien in einem Prozess der ökonomischen Transformation. Zu den ertragreichsten Zweigen der rumänischen Industrie gehören die Förderung von Erdöl und Erdgas sowie der Abbau und die Verarbeitung von Stein- und Braunkohle.
Als bedeutendster Wirtschaftszweig Rumäniens kann jedoch die Schwerindustrie mit Maschinenbau und Buntmetallurgie bezeichnet werden. Zudem verfügt das Land über eine chemische Industrie und unterschiedliche Zweige der Leichtindustrie wie Holzverarbeitung, Glas- und Keramikindustrie oder Textil- und Bekleidungsindustrie. Und auch die Bereiche der Nahrungs- und Genussmittelindustrie spielen im postkommunistischen Rumänien wieder eine wachsende Rolle.
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Zahlen und Fakten
Stand: Februar 2008 Rumänien ist Mitglied der EU Rumänien ist Mitglied der NATO Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: Vereinte Nationen und deren Sonderorganisationen, EU, NATO, Europarat, OSZE, WTO, IWF, Weltbank, SECI, BSEC, PfP, MPFSEE, CENCOOP, SEECP
Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen
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Freihandelsabkommen mit der EFTA (Unterzeichnung 10.12.1992)*
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Assoziierungsabkommen mit der EU (In Kraft getreten am 01.02.1995; EU-Mitgliedschaft seit 01.01.2007)
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Bosporuskommuniqué zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit von 11 Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres (Unterzeichnung 25.06.1992)
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Black Sea Bank for Trade and Development (seit Dezember 1994)
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Mitglied von WTO (Welthandelsorganisation), Weltbank, IWF (Internationaler Währungsfonds)
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Protokoll der 16 (internationales System von Zollpräferenzen zwischen derzeit 13 Staaten)
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Beobachterstatus im Landwirtschaftsausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD (seit 28.06.2001).
*Handelsabkommen ist außer Kraft gesetzt worden durch Assozierungsabkommen mit der EU, dieses gilt trotz Beitrittsvertrag fort
| Wichtige makroökonomische Indikatoren | 2006 | 2007 | 2008 |
| BIP (Mrd. Euro) | 100 | 113,1 | 166,2 |
| BIP/Kopf (Euro) | 4.331 | 5.260 | 7.686 |
| Wachstumsrate (%) | 7,7 | 6,5 | 9,3 |
| Inflationsrate (%) | 4,87 | 4,5 | 6,3 |
| Arbeitslosenquote (%) | 5,2 | 4,4 | 5,4 |
| Durchschnittlicher Wechselkurs (RON/Euro) | 3,525 | 3,337 | 3,682 |
Außenhandel
Gesamtexporte 2006: 25.850,5 Mio. EUR
Die Gesamtexporte Rumäniens erreichten 2006 einen Wert von ca. 25.850,5 Mio. Euro. Die wichtigsten Abnehmerländer rumänischer Erzeugnisse waren Italien mit 4.637,2 Mio. Euro, Deutschland (4.060,2 Mio. Euro) und die Türkei (1.995,2 Mio. Euro). Diesen folgten Frankreich, Ungarn und Großbritannien. Auch die USA, Österreich, die Niederlande und Bulgarien fanden sich unter den ersten 10 wichtigsten Handelspartner Rumäniens.
| Wichtigste Exportpartner | Wert (in Mio. Euro) |
| Italien | 4.637,2 |
| Deutschland | 4.060,2 |
| Türkei | 1.995,2 |
| Frankreich | 1.938,3 |
| Ungarn | 1.266,6 |
| Großbritannien | 1.216,8 |
| Österreich | 685,2 |
| USA | 664,2 |
| Niederlande | 637,4 |
| Bulgarien | 593,3 |
Gesamtimporte 2006: 40.745,8 Mio. EUR
Deutschland mit Waren in Höhe von 6.176,8 Mio. Euro und Italien (5.948,9 Mio. Euro) waren 2006 die wichtigsten Lieferländer Rumäniens. Diesen folgten die Russische Föderation und Frankreich. Unter den ersten zehn Importpartnern Rumäniens fanden sich außerdem die Türkei, China, Österreich und Ungarn vor. Kasachstan und Polen nahmen 2006 den neunten bzw. zehnten Platz dieser Rangliste ein.
| Wichtigste Importpartner | Wert (in Mio. Euro) |
| Deutschland | 6.176,8 |
| Italien | 5.948,9 |
| Russische Föderation | 3.123,5 |
| Frankreich | 2.664,4 |
| Türkei | 2.019,8 |
| China | 1.742,7 |
| Österreich | 1.535,6 |
| Ungarn | 1.331,6 |
| Kasachstan | 1.297,4 |
| Polen | 1.128,4 |
Rumänische Importe aus Deutschland
insgesamt: 6.176,8 Mio. Euro
Rumänien importierte 2006 Waren aus Deutschland in Wert von 6.176,8 Mio. Euro. Ca. 30% stellten Maschinen und elektronische Geräte dar. 24,7% der importierten Waren waren Transportmittel und 8,7% der Einfuhren aus Deutschland galten den Metallprodukten. Chemische Produkte wurden zu 8,3% eingeführt. Kautschuk und Kunststoff stellten ca. 8,18% der Einfuhren aus Deutschland dar, wobei Textilien 6,7% ungefähr dieser einnahmen.
| Maschinen und elektronische Geräte | 30% |
| Transportmittel | 24,7% |
| Metallprodukte | 8,7% |
| Chemische Produkte | 8,3% |
| Kautschuk und Kunststoff | 8,18% |
| Textilien | 6,7% |
| Optik, Fotoapparate | 2,88% |
| Lebensmittel | 1,5% |
| Holz, Kohle und Holzprodukte | 1% |
| Andere | 8,04 |
Rumänische Exporte nach Deutschland insgesamt: 4.060,2 Mio. Euro
Rumänien exportierte 2006 nach Deutschland Waren in Wert von 4.060,2 Mio. Euro. 31,41% waren Maschinen und elektronische Geräte, 21,12% Textilien, 18,18% Transportmittel und 10% Metallprodukte.
| Maschinen und elektronische Geräte | 31,41% |
| Textilien | 21,12% |
| Transportmittel | 18,18% |
| Metallprodukte | 10% |
| Kautschuk und Kunststoff | 4,0% |
| Möbel und Beleuchtungsanlagen | 4,0% |
| Schuhwaren, Hüte | 2,73% |
| Holz, Kohle und Holzprodukte | 1,9% |
| Optik, Photoapparate | 1,6% |
| Chemische Produkte | 1,0% |
| Andere | 4,06% |
Groß- und Einzelhandel im Vergleich
Bis vor gut 10 Jahren gab es in Rumänien nur kleine Geschäfte und Marktstände. Die Metro Gruppe war der erste ausländische Investor. Heute nimmt die Zahl der großflächigen Märkte fast täglich zu.
Jedoch ist zu bemerken, dass Rumänien im Verhältnis zu anderen EU-Ländern in Ost- und Südosteuropa noch eine intensive Entwicklung durchlaufen wird. In den nächsten 3 bis 5 Jahren ist noch mit einer Verdoppelung bzw. einer Verdreifachung der Anzahl der Märkte zu rechnen.
Einkommensverteilung der Bevölkerung
Für jeden, der in einem Markt Konsumgüter verkaufen will, ist die Kaufkraft der Zielgruppe, in diesem Falle Rumäniens Bevölkerung, ein relevanter Indikator.
Das Einkommen der Bevölkerung ist überwiegend recht gering, jedoch ist zu beachten, dass mehr als 80 % der Haushalte über bezahltes Wohneigentum verfügen und damit das Einkommen fast vollständig für den Konsum zur Verfügung steht. Jedoch liegt das Einkommen der rumänischen Bevölkerung noch deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Es wird mit einer Zunahme des Einkommens gerechnet, die in den nächsten 3 bis 7 Jahren wesentlich in den Konsum gehen wird. Der Bruttodurchschnittslohn in Rumänien beträgt 402 Euro (2009), wobei der Bruttomindestlohn einen Wert von ca. 130 Euro (2009) erreicht. Der überwiegende Teil der Besserverdienenden in Rumänien sind Unternehmer. Rumänien verfügt über gut 1 Mio. Unternehmen, deren Eigentümer nicht in der oberen Einkommensverteilung genannt sind. Außerdem werden in der Statistik die ca. 6 Mio. Rumänen nicht miteinbezogen, die als Land- und Forstwirte gelten und in der Regel nur über landwirtschaftliche Flächen von 1 bis 3 ha verfügen. Positiv für den Konsum in Rumänien wirken außerdem zur Zeit die Transferzahlungen der gut 2 Mio. Auslandsrumänen. Es wird jedoch erwartet, dass dieser Zuschuss aus dem Ausland im Zuge der globalen Finanzkrise zurückgehen wird, da viele der Gastarbeiter nach Rumänien zurückkehren werden.
Konsumausgaben der Bevölkerung
Bedingt durch die überwiegend niedrigen Einkommen der rumänischen Bevölkerung ist die Ausgabenstruktur noch sehr konsumlastig. In den letzten drei Jahren ist es in Rumänien für private Personen möglich geworden, Kredite aufzunehmen. Die Zinsen liegen für diese Kredite bei ca. 18 % und werden sehr intensiv von den Bürgern genutzt. Das Kreditvolumen hat sich in den vergangenen 12 Monaten im Vergleich zur Vorperiode fast verdoppelt. Die Nationalbank sowie die Regierung versuchen zur Zeit diese Entwicklung zu begrenzen.
Ausländische Direktinvestitionen
Im Jahr 2008 beliefen sich die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien auf ca. 9,1 Mrd. Euro. Zu erwarten ist ein starker Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen. Es wird sogar spekuliert, dass sich diese für 2009 halbieren werden.
Die wichtigsten ausländischen Investoren
| Herkunftsland | Gezeichnetes Kapital (in Mio. €) | Anzahl registrierter Unternehmen | |
| 1. | Holland | 3.223 | 2.688 |
| 2. | Österreich | 1.980 | 4.192 |
| 3. | Frankreich | 1.572 | 4.691 |
| 4. | Deutschland | 1.567 | 14.214 |
| 5. | Italien | 851 | 21.519 |
| 6. | USA | 722 | 4.919 |
| 7. | Großbritannien | 678 | 2.708 |
| 8. | Zypern | 606 | 2.209 |
| 9. | Niederländische Antillen | 559 | 12 |
| 10. | Griechenland | 552 | 3.608 |
Die Orientierung der
ausländischen Investoren gilt Bereichen wie: Industrie (40,4%), Handel
(11,3%), Post und Telekommunikationen (22,01%), Dienstleistungen (12,26%).
In dem Bereich Industrie wurde insbesondere in der Automobilindustrie
(9,94%), in der Papier- und Holzindustrie (10,15%) und in der Energie
(7,70%) investiert. Für deutsche Unternehmen ist Rumänien der wichtigste
Standort in Südosteuropa ohnehin. Geschätzt werden die qualifizierten
Arbeitskräfte, die günstigen steuerlichen Bedingungen und das anhaltende
wirtschaftliche Wachstum in Rumänien. Bevorzugte Branchen deutscher
Investoren sind: Energie, Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik, die
Autozulieferindustrie, die Lebensmittelproduktion sowie der Großhandel und
die Dienstleistungen
Das Engagement deutscher Investoren in Rumänien gewann in den letzten Jahren eine neue Qualität und ging von der Lohnveredelung hin zu technologisch hochwertiger Produktion. Deutsche Unternehmen bemühen sich außerdem neben Bukarest und den siebenbürgischen Städten auch andere Regionen zu erobern und zwar die in welchen Universitäten und Fachhochschulen qualifizierte Absolventen für die wichtigsten Branchen zur Verfügung stellen. Neben deutschen Unternehmen sind vor allem holländische, österreichische, französische und italienische Unternehmen und Banken hier aktiv.
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird routinemäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Quelle: Auswärtiges Amt, Deutsch – Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK Rumänien), Rumänisches Institut für Statistik.